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Der LesePeter |
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Hier finden Sie die bisher mit dem LesePeter ausgezeichneten Titel. |
geht an Ulrike Rylance |
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| für das Kinderbuch | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Emma im Knopfland | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Emma muss bei den langweiligen Verwandten
bleiben, bis ihre Mutter aus Afrika zurück ist.
Doch deren riesige Villa erweist sich mit den
vollgerümpelten Zimmern überraschend als
Abenteuerspielplatz. Vor allem das verschlossene
Knopfzimmer birgt ungeahnte Schätze. Die Knöpfe zeichnen hier Biografien, wie sie vergleichbar hundertfach bei ganz normalen Leuten zu finden sind. Das macht es dem Leser leicht, seine eigene Rolle im Buch zu finden und mit der Protagonistin durch das verwunschene Reich zu wandern.
Dabei machen alle die Erfahrung, dass Wert nicht
unbedingt von einem Coco-Chanel-Zeichen auf dem
Bauch abhängt und viel mit Herzensgüte und
Courage zu tun hat. Emma lernt Anmaßung kennen,
wenn sich Matrosenknöpfe auf Grund ihrer Uniform
für Polizisten halten, erfährt Ausgrenzung als
Nichtknopf wie auch die Steinchen,
Schneckenhäuser, Fahrkarten, Büroklammern,
Geldstücke, . . . Und sie erlebt, was Knöpfe so
besonders macht: sie halten (etwas) zusammen.
Zum Glück gilt das auch für Klettverschlüsse. Tiefenpsychologische und gesellschaftswissenschaftliche Faktoren setzen ein, ohne dass man ein Wort darüber verliert: Emma muss sich ihrer größten Angst stellen, alle müssen zusammenhalten und jeder muss an seinem Platz im Leben das Beste geben. Zurück bei den Menschen kommen Emma Zweifel: war alles nur ein Traum während der Bewusstlosigkeit? Aber wo war sie in den acht Stunden, als Onkel und Tante sie suchten. Und die Tante . . . ?
Als ob sie in Omas alter Knopfkiste gewühlt
hätte und dabei die Geschichte in ihr wuchs,
entwirft Ulrike Rylance eine unsagbar
romantische Erzählung, ein Stück fantastische
Literatur pur auf so bezaubernd einfacher Ebene.
Mit viel Fingerspitzengefühl entwirft Silke
Leffler wie eine Kostümbildnerin für jede Figur
die passende Ausstattung, kreiert wie eine
hervorragende Bühnenbildnerin für jede Szene die
passende Kulisse. Es ist, als ob man einem
Puppentheater zuschaut, das ausschließlich aus
Kurzwarenresten und Kleinkram zusammengestellt
wurde:
Ulrike Rylance,
geboren 1968, studierte (c) privat
Silke Leffler, geboren 1970 in Vorarlberg/Österreich, absolvierte eine Schneiderlehre und studierte Textildesign. Seit 1996 ist sie freischaffende Textildesignerin für namhafte internationale Firmen, seit 1998 arbeitet sie auch als Illustratorin für Kinderbücher und Papeterie. Sie lebt mit ihrer Familie in Süddeutschland. (c) privat (bj & lr für die AJuM der GEW) |
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